Das Team des Offenen Jugendbereiches der MOTTE kritisiert die Kürzungen bei der Offenen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien.

Autorin: Sigrun Schindler

Demonstration gegen die Kürzungen des Senats, Foto: MOTTE

Der Hamburger Senat möchte die Jugendhilfe umstrukturieren. Aus diesem Grund soll in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) Geld gekürzt werden – insgesamt über zehn Prozent, das sind ungefähr 3,5 Millionen Euro. Das würde bedeuten, dass Einrichtungen schließen müssten, Personal und damit Angebote abgebaut würden und ehemals Offene Angebote, die freiwillig besucht werden, einer Kontrolle und zunehmender Repression unterliegen. Kinder und Jugendliche könnten kaum noch frei wählen, wo und wie sie ihre Freizeit gestalten möchten. Gerade in der OKJA wird kulturelle Vielfalt lebendig gelebt – in den Offenen Treffs, bei Gruppenangeboten, kreativen Projekten und Veranstaltungen. Deshalb sind Einrichtungen der Offenen Arbeit häufig Impulsgeber und kompetente Kooperationspartner für Projekte der Kinder- und Jugendkultur.

Durch die Kooperation mit der OKJA, die aufgrund ihrer offenen Struktur und Kontinuität über Jahre Beziehungen zu Kindern und Jugendlichen aufrecht erhält, kann gewährleistet werden, dass alle Kinder und Jugendlichen an kulturellen Angeboten partizipieren und nicht nur diejenigen, die im Elternhaus entsprechend gefördert werden. Es soll keine Rundum-Kontrolle und Ganztagsverwahrung für Hamburgs Kinder und Jugendliche geben. Die Angebote in den Sozialräumen und der Ganztag in den Schulen soll durch die OKJA weiterhin mitgestaltet werden. Dafür muss die Offene
Kinder- und Jugendarbeit ausgebaut und nicht gekürzt werden. Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, freiwillig und ohne Druck zu lernen, was sie wollen, wo sie wollen, und darauf, auch mal Löcher in die Luft zu starren. Denn auch durch Muße wachsen Kunst und Kultur.

Weitere Informationen zu den Kürzungen und Aktionen dagegen gibt es auf der Website des Netzwerks Offene Kinder- und Jugendarbeit: www.nokija.de.

Kontakt:
MOTTE – Stadtteil- & Kulturzentrum, Eulenstraße 43, 22765 Hamburg, 040/39 92 62-0, info@diemotte.de, www.diemotte.de

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