Die aktuelle Ausgabe

Nr. 73: Lasst uns reden! – Über Begegnungsräume
und Austauschformate

In Zeiten von Filterblasen, gesellschaftlicher ­Polarisierung und zunehmender Vereinsamung ist es extrem wichtig, Räume der Begegnung im Quartier zu schaffen und Bewohner*innen wieder miteinander ins Gespräch zu bringen.

Diese Ausgabe des stadtkultur magazins zeigt, wie und wo die Stadtteilkultur Begegnungsräume entwickelt und aktiv gestaltet. Außerdem stellt sie Anlässe zum Austausch vor, die Menschen wieder miteinander in Verbindung bringen. Den Auftakt bildet der Schwerpunkt Formate für die Demokratie: Der Beitrag Schnelsen im Gespräch zeigt, wie ein Bürgerrat im Freizeitzentrum Schnelsen unterschiedliche Perspektiven zusammenführt. Faxen for Future bringt demokratische Beteiligung mit einer Klappmaulpuppe in den öffentlichen Raum, und das Café Mosaic verbindet im Bürgerhaus Bornheide Gespräch, Information, Musik und gemeinsames Essen.

Gemeinsames Kochen und Essen schafft Gelegenheiten für Begegnung und Austausch. Der Beitrag Der Krisenherd von St. Pauli der GWA St. Pauli zeigt, wie aus der Sorge über steigende Preise ein sozialer Anlaufpunkt geworden ist. Essen bringt Menschen zusammen weiß auch der Artikel des Kulturhauses Eidelstedt zum Format „Kochkultur“ zu ­berichten. Bei der Veranstaltung DATE – Kulinarisches Schreibcafé werden Lebensmittel im KULTURPUNKT Basch zu Ausgangspunkten für persönliche Geschichten und Erinnerungen.

Begegnung entsteht oft über ein gemeinsames Interesse – etwa beim 1. Bergedorfer Biertag in der LOLA in Bergedorf. Die Reihe Kulturen unserer Stadt der Stiftung Kultur Palast bringt Communities und Künstler*innen auf der Bühne, beim Essen und im Gespräch zusammen. Der Beitrag Singend ins Gespräch kommen von älter & besser verdeutlicht, wie gemeinsames Singen neue Verbindungen schafft.

Wie Stadtteilgremien Beteiligung ­ermöglichen, zeigt der Beitrag über die von der Zinnschmelze mitveranstalteten Stadtteilgespräche Barmbek-Nord. Stadtteilfeste öffnen öffentliche Räume und schaffen Gelegenheiten für Begegnung – wie KulturBewegt! in Barmbek-Nord. Im Interview erläutert der Geschäftsführer des Brakula, warum es wichtig ist, das Stadtteilkulturzentrum als Ort für alle zu etablieren und welche Rolle dabei Stadtteilfest, Osterfeuer und Weihnachtsmarkt spielen. Der Beitrag Jeder Stadtteil verdient sein Fest erzählt, wie das Stadtteilfest in Lurup nach sechs Jahren Pause wiederbelebt wurde.

Zum Abschluss zeigen vier konkrete Orte, wie Begegnungsräume dauerhaft gestaltet werden können: das Café Welcome im Kulturhaus Süderelbe, das KULTORHAUS am Eichtalpark, die neue klinke in Rothenburgsort und das wiedereröffnete Bürgerhaus Wilhelmsburg.

Die Beiträge machen Mut, den Wert von Begegnung neu zu entdecken. Reden heißt auch, zuzuhören, Unterschiede auszuhalten und gemeinsam weiterzudenken. Also: Lasst uns reden!

Alle Artikel:

  • Editorial zu „Lasst uns reden!“
    Liebe Kulturinteressierte, Die jüngsten Wahlen beschäftigen mich. Nicht, weil Wahlergebnisse immer so ausfallen müssten, wie ich es mir wünsche – das ist Demokratie. Sondern weil politische Kräfte, die unsere freiheitliche Demokratie, ihre Institutionen oder grundlegende Rechte infrage stellen, erheblichen Zuspruch finden. Und das nicht nur irgendwo weit weg. Im Dorf von Freunden… Weiterlesen: Editorial zu „Lasst uns reden!“
  • Formate für die Demokratie: Gemeinsam Räume für Beteiligung schaffen
    Das Projekt „Formate für die Demokratie“ der Hamburger Stadtteilkultur entwickelt seit Frühjahr 2025 übertragbare Beteiligungs- und Begegnungsformate. Ziel ist es, die Menschen vor Ort miteinander ins Gespräch zu bringen und die demokratische Kultur in den Quartieren zu stärken.
  • Schnelsen im Gespräch
    Hamburg ist in Deutschland eine Ausnahme: Es gibt hier bislang kaum Erfahrung mit Bürgerräten. Anderswo beraten ausgeloste Bürger*innen über gesellschaftliche Themen. Sie werden von Expert*innen sachlich informiert und erarbeiten in moderierten Diskussionen Handlungsempfehlungen für die Politik.
  • Demokratische Beteiligung als Pop-up-Figurentheater
    Ob längere Ampelphasen oder eine Biotonne vorm Haus: Viele Menschen haben Ideen, ihr Umfeld zu verbessern, wissen aber oft nicht, wie daraus konkrete Veränderungen entstehen können. Genau hier setzt „Faxen for Future“ an: Das interaktive Pop-up-Figurentheater bringt demokratische Beteiligung in den öffentlichen Raum und zeigt spielerisch, wie Menschen ihren Stadtteil mitgestalten können.… Weiterlesen: Demokratische Beteiligung als Pop-up-Figurentheater
  • Café Mosaic: Starke Frauen, starke Stimmen
    Die Veranstaltung „Café Mosaic“ entstand im Rahmen des Projekts „Formate für die Demokratie“ und wurde als Teil des Formats „Let’s Talk About“ entwickelt. Ziel des Formates ist es, Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven in offener Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu bringen.
  • Essen bringt Menschen zusammen
    KochKultur ist ein regelmäßiges Angebot des Kulturhauses Eidelstedt und findet einmal im Monat statt. Das ehrenamtlich organisierte Projekt fördert interkulturellen Austausch, Nachbarschaft und Zusammenhalt im Stadtteil. Schülerpraktikantin Lisa hat im Juni mitgekocht.
  • Der Krisenherd von St. Pauli
    Seit Oktober 2022 köchelt der Krisenherd auf St. Pauli. Rund 25 Personen – nicht immer dieselben – kommen dienstagabends um 18 Uhr im Kölibri zusammen, um gemeinsam zu essen. Die Tische werden zusammengeschoben, niemand soll allein sitzen.
  • Ein Tisch. Viele Geschichten. Eine Welt.
    Wie können Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten miteinander ins Gespräch kommen? DATE – Kulinarisches Schreibcafé zeigt einen kulinarischen Weg: Im Kulturpunkt Basch begegnen sich Menschen verschiedener Generationen, Kulturen und Biografien. Ausgangspunkte sind Lebensmittel, deren Geschichten weit über Ländergrenzen hinausreichen.
  • Manchmal beginnt es mit einem gemeinsamen Interesse
    Wie bringt man Menschen miteinander ins Gespräch, die sich im Alltag vermutlich nie begegnen würden? Die Antwort muss nicht immer ein politisches Diskussionsformat sein. Manchmal genügen ein gemeinsames Interesse, eine entspannte Atmosphäre und die Gelegenheit zum Austausch. Das zeigte sich zum Beispiel beim 1. Bergedorfer Biertag in der LOLA.
  • Kulturen unserer Stadt
    Menschen unterschiedlicher Kulturen zusammenzubringen, ihre Kunst und Kultur sichtbar zu machen und den Austausch zu fördern – das ist das Ziel der Veranstaltungsreihe „Kulturen unserer Stadt – Diversity on Stage“ der Stiftung Kultur Palast. Bei zwölf Veranstaltungen ist der Kultur Palast Billstedt gemeinsam mit Akteur*innen und Künstler*innen verschiedener Kulturen Gastgeber. Er bietet… Weiterlesen: Kulturen unserer Stadt
  • Singend ins Gespräch kommen
    Wie und wo kommen Menschen miteinander ins Gespräch? Diese Frage beschäftigt viele Akteur*innen der Stadtteilkultur. In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung werden Begegnungsräume immer wichtiger. Im Verein „älter & besser – Gemeinsam Älterwerden im Chor“ zeigt sich dabei jeden Tag, dass ein solcher Raum mit einem gemeinsamen Atemzug und dem ersten gesungenen Ton entstehen… Weiterlesen: Singend ins Gespräch kommen
  • Austausch in Barmbek-Nord
    Die Zinnschmelze ist Mitinitiatorin verschiedener Gesprächsformate im Stadtteil. Sie finden an unterschiedlichen Orten und im öffentlichen Raum statt, sollen ein möglichst breites Publikum erreichen und und leichte Zugänge ermöglichen.
  • Ein Stadtteilfest als Raum für Begegnung
    Einmal im Jahr laden der KulturKlinker Barmbek und die Kirchengemeinde St. Gabriel in Barmbek-Nord zum Stadtteilfest KulturBewegt! auf dem Hartzlohplatz und in den umliegenden Straßen ein. Rund 1.500 Besucher*innen kommen zu dem nichtkommerziellen Fest, um gemeinsam zu feiern, Neues zu entdecken und einander kennenzulernen. Es richtet sich an die gesamte Nachbarschaft –… Weiterlesen: Ein Stadtteilfest als Raum für Begegnung
  • Begegnung ist die Voraussetzung für Gemeinschaft
    Seit 45 Jahren schafft das Brakula als ältestes Stadtteilkulturzentrum im Nordosten Hamburgs Räume für Begegnung in Bramfeld: vom offenen Stammtisch mit Geschäftsführer Max Engelke über das Stadtteilfest bis hin zu Osterfeuer und Weihnachtsmarkt. Das stadtkultur magazin sprach mit Max Engelke über Begegnung und Angebote im Brakula.
  • Jeder Stadtteil verdient sein Fest
    Lurup liegt am nordwestlichen Stadtrand Hamburgs und ist Altonas bevölkerungsreichster Stadtteil. Er ist migrantisch geprägt und hat viele junge Familien. Bei der Bundestagswahl 2025 wählten knapp 18 Prozent in Lurup die AfD. In den sechs Jahren zuvor hatte es aufgrund fehlender Ressourcen kein Stadtteilfest gegeben. Aber seit letztem Jahr feiert Lurup wieder… Weiterlesen: Jeder Stadtteil verdient sein Fest
  • Café Welcome in Süderelbe
    Das Café Welcome ist ein Angebot der Initiative „Willkommen in Süderelbe“, die sich seit 2015 ehrenamtlich für Geflüchtete und ein gutes Miteinander im Stadtteil engagiert. Mit Deutschkursen, Behördenhilfe, einer Fahrradwerkstatt und dem Café schafft sie Möglichkeiten für Begegnung, Unterstützung und gegenseitiges Kennenlernen.
  • Reden, Zuhören und Debattieren
    Bürgerschaftlicher Austausch braucht passende Begegnungsräume und niedrigschwellige Formate. Seit 2020 schafft das KULTORHAUS am Eichtalpark dafür vielfältige Gelegenheiten zum Reden, Zuhören, Austauschen und Debattieren – und damit einen Ort, an dem Menschen miteinander ins Gespräch kommen und Beteiligung wachsen kann.
  • Wo aus Gesprächen ein Ort wird
    Manchmal beginnt Stadtteilkultur nicht mit einer Bühne oder einem fertigen Programm, sondern mit einer offenen Tür, einem Kaffee und der Frage: Was könnte an einem historisch bedeutsamen Ort gemeinsam entstehen? So wie bei der „klinke“ in Rothenburgsort.
  • Wieder Raum für Begegnung in Wilhelmsburg
    Die Zirkuskinder üben neue Kunststücke, beim HASTAM-Festival geben Künstler*innen aus Iran und Afghanistan ein Konzert, und in einem Büro wird schon die nächste Ausgabe von 48h Wilhelmsburg geplant. So kann eine Woche im Bürgerhaus Wilhelmsburg aussehen – oder auch ganz anders. Denn im „BüWi“ gleicht kein Tag dem anderen.