Hamburger Geschichte nachhaltig vermitteln?

Ausgangspunkt des gemeinsamen Gesprächs von Dr. Sebastian Justke vom Staatsarchiv Hamburg und Christian Römmer vom Dachverband der Hamburger Geschichtswerkstätten im Online-Programm des Ratschlags 2023 war die Beobachtung, dass sowohl das Staatsarchiv Hamburg als auch die Hamburger Geschichtswerkstätten den Anspruch haben, historische Zeugnisse nachhaltig für kommende Generationen zu bewahren und Wissen über die Stadtgeschichte öffentlich zu vermitteln.

Autoren: Dr. Sebastian Justke und Christian Römmer

Die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen des Staatsarchivs und der Geschichtswerkstätten sind dabei jedoch sehr unterschiedlich. Als staatliches und kommunales Archiv handelt das Staatsarchiv im öffentlichen Auftrag und übernimmt u.a. Unterlagen der öffentlichen Stellen der Freien und Hansestadt Hamburg, um dieses auf Dauer zu erhalten. Die Geschichtswerkstätten hingegen handeln im eigenen Auftrag und sind zum überwiegenden Teil ehrenamtlich organisiert. Die 21 Hamburger Geschichtswerkstätten eint ein gemeinsa­mes Verständnis, gleichwohl sind sie eigenständige Vereine und verfolgen nicht zuletzt aufgrund ihrer Verankerung in den einzelnen Stadtteilen eigene Themen.

Im Gespräch zwischen Vertreter*innen des Staatsarchivs und der Geschichtswerkstätten wurde diese Vielfalt positiv hervorgehoben und der Erfolg der Geschichtswerkstätten im Jahr 2023 unterstrichen, der u.a. mit dem Buchpreis „HamburgLesen 2023“ für das Buch „Hafenkrankenhaus Hamburg“ gewürdigt ­wurde. Der Blick müsse sich jedoch auch nach vorne richten, um Geschichtswerkstätten zukunftstauglich zu machen – hierzu gehört z. B. ein laufendes Digita­lisierungsprojekt in Zusammenarbeit mit „Digicult“.

Weiter wurden zukünftige Möglichkeiten der Kooperation zwischen Staatsarchiv und Geschichtswerkstätten angesprochen. Dazu zählen mögliche gemeinsame Veranstaltungen, gegenseitige Unterstützung in der Kommunikation und Verbreitung von Informationen über den jeweiligen „Tellerrand“ hinaus sowie eine grundsätzlich nachhaltige Vernetzung, für die sich die Gesprächspartner*innen verabredeten.

Ein digitales Regionalportal, das sich derzeit noch in der Konzeption befindet und von Staats- und Universitätsbibliothek und Staatsarchiv vorbereitet wird, könnte z. B. zukünftig eine gute Plattform für die geplante Zusammenarbeit darstellen, um die Vernetzung zu verstärken und die Arbeit von Geschichtswerkstätten und Staatsarchiv für die Öffentlichkeit sichtbarer zu machen.

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