Sprachförderung mit Kreativität, Bewegung und Spielen – so arbeitet das Kinderkulturhaus KIKU in Bergedorf. Auftraggeber für diese Kurse und Projekte sind Schulen und Kitas, aber auch im Freizeitbereich gibt es kulturell-sprachförderliche Angebote.
Autor: Thomas Ricken
„Guckt mal erstaunt.“ – Sprachförderliche Theater-Projektwoche mit Kita-Kindern, Foto: Kiku
„Guckt mal erstaunt.“ – Sprachförderliche Theater-Projektwoche mit Kita-Kindern, Foto: Kiku

Sprachförderung geschieht in kulturellen Projekten häufig nebenbei und wie von selbst. Von solchen Erfahrungen ­ausgehend etablierte das KIKU bei seiner Gründung 2010 ein Konzept, das die Sprachförderung bewusst in kulturelle Kurse und Projekte einbindet.

Effektiver ist es natürlich, wenn die anleitenden Künstler*innen und Kulturpädagog*innen auch etwas von Sprach­förderung verstehen. Deshalb hat das KIKU in Kooperation mit dem LI Hamburg eine Fortbildungsreihe aufgelegt, in der man sich zur zertifizierten Sprachförderkraft mit Kunst und Kultur fortbilden kann.

Ein besonderes, interdisziplinäres Programm für Vorschul- und Kita-Gruppen ist „Heute back‘ ich Wolkenbrötchen“ – eine anderthalb Stunden dauernde intensive Begegnung mit Literatur, Musik und Theater. Dabei wird ein Thema zunächst musikalisch, dann mit einem Bilderbuch und schließlich theatral bearbeitet. Die Kinder kommen ins Sprechen und Singen, ins Zuhören und Staunen.

Herausragend ist der inzwischen mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Leseclub – ein Kooperationsprojekt mit der Stiftung Haus im Park und der Stiftung Lesen. Rund 60 Kinder kommen wöchentlich ins KIKU, um sich mit Büchern zu beschäftigen, aber auch um zu spielen und zu basteln.

Die große Mehrheit stammt aus Familien mit Migrationshintergrund. Vielen von ihnen fällt das Lesen erst einmal gar nicht leicht. Aber im Leseclub geschehen regelmäßig Wunder. Das liegt auch an den Vorbildern: Denn hier zeigen ehrenamtlich mitarbeitende Jugendliche, dass das Lesen ganz schön cool ist. Vom Lesenkönnen-Wollen zum Lesenkönnen ist es immer noch ein großer Schritt, aber der ist im Allgemeinen machbar.

Mittlerweile zieht das KIKU-Modell der Sprachförderung Kreise. Eine Reihe von Institutionen von der Kita bis zur Uni will von den KIKU-Erfahrungen profitieren. Und so führt das KIKU in ganz Nord- und Westdeutschland Fortbildungen mit Multiplikator*innen durch.

KONTAKT
KIKU Kinderkulturhaus
Lohbrügger Markt 5 · 21031 Hamburg · 040/73 92 80 95
info@kiku-hh.de · www.kiku-hh.de

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