Beim Projekt Konfetti Plus treffen sich jede Woche zehn Grundschulkinder und zehn Senior*innen mit dementiellen Erkrankungen im Bürgerhaus Wilhelmsburg. Sie singen, trommeln und improvisieren gemeinsam kleine Geschichten und Theaterszenen, die regelmäßig öffentlich gezeigt werden.
Autor: Volkmar Hoffmann
  • Grundschulkinder und Senior*innen singen, trommeln und improvisieren gemeinsam, Fotos: Andreas Bock
  • Grundschulkinder und Senior*innen singen, trommeln und improvisieren gemeinsam, Fotos: Andreas Bock
  • Grundschulkinder und Senior*innen singen, trommeln und improvisieren gemeinsam, Fotos: Andreas Bock

In Begegnungen, die geprägt sind vom kreativen Austausch über Unterschiede und Gemeinsamkeiten der eigenen Geschichte, der Gedanken und Lebenswelten, erleben sich Kinder, die fast alle eine Migrationsgeschichte haben und zu etwa einem Drittel sonderpädagogischer Förderung bedürfen, sowie überwiegend bio-deutsche, ältere Menschen mit einer dementiellen Erkrankung.

Am Beginn der Begegnungen steht meist ein gegenseitiges Staunen. Nach und nach wird daraus ein gegenseitiges Verständnis. Die Schüler*innen kommen aus ­einer integrativen Regelschule, die Senior*innen aus drei Einrichtungen im Stadtteil. Die Aufführungen finden in der Schule, den Heimen sowie an öffentlichen Orten im Stadtteil statt: 2018 zum Beispiel in einer Kirche, 2019 im Foyer einer Behörde.

Hintergrund des Projekts sind die Bedarfe im Stadtteil: Bei einem hohen Anteil von Menschen unterschiedlichster Kulturen und oft gegenseitiger Ressentiments sind Partizipation und „reale“ Begegnungen ein Schlüssel zu einer Veränderung. Eine weite­re Notwendigkeit ist die Enttabuisierung des Themas Demenz – beide Themen weisen über den Stadtteil hinaus.

Die Schüler*innen erleben sich als Unterstützende von älteren Menschen, ihre sozialen Kompetenzen erweitern sich, ebenso ihre Verhaltensmöglichkeiten im Umgang mit dem eigenen Umfeld. Bezüglich der Menschen mit einer dementiellen Erkrankung wurde im Rahmen einer Beforschung durch die HAW Hamburg/Soziale Arbeit eine Zunahme von emotionalen und handelnden Fähigkeiten und Aktivitäten registriert.

Ein Großteil der Treffen findet in Zweier-Paaren innerhalb der Gesamtgruppe statt, jeweils ein Kind mit einem/einer Senior*in. Die Möglichkeiten eines solchen Projekts zeigen sich am Beispiel eines Vaters, der mit seinem Sohn dessen „Spielpartnerin“ an einem Sonntag in deren Zimmer in einer Pflegeeinrichtung besuchte.

KONTAKT
Bürgerhaus Wilhelmsburg
Mengestraße 20 · 21107 Hamburg · 040/75 20 17-15
ulrikeritter@buewi.de · www.buewi.de

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