Es gibt 50 Millionen Flüchtlinge weltweit und einige wenige kommen auch in Eidelstedt an: Wer lebt wo und unter welchen Umständen? Was brauchen die Menschen, um sich in Eidelstedt einzuleben? Was können sie dem Stadtteil geben? Wie können die Bewohner dazu beitragen, ein positives Willkommensklima im Stadtteil zu gestalten? Dieses und mehr waren die Themen der fünften GUTE NACHT IN EIDELSTEDT-Show des EIDELSTEDTER BÜRGERHAUSES Mitte April.

Autorin: Nicola Schulz-Bödeker
Infoshow zur Willkommenskultur für Flüchtlinge in Eidelstedt, Foto: Eidelstedter Bürgerhaus

Infoshow zur Willkommenskultur für Flüchtlinge in Eidelstedt, Foto: Eidelstedter Bürgerhaus

Das Stadtteilkulturzentrum Eidelstedter Bürgerhaus begab sich für die fünfte Ausgabe seines Stadtteilshow-Formates auf Recherche und wusste nach wenigen Gesprächen: Ein Ziel des Abends sollte es sein, in Eidelstedt eine unterstützende Gruppe für die dort lebenden Flüchtlinge anzustoßen.

Um einen ersten Impuls zu setzen und ins Gespräch zu ­kommen, wurden verschiedene Gäste eingeladen, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln das Thema beleuchten konnten: die Ehrenamtlichen der bereits arbeitenden Unterstützergruppe „Herzliches Lokstedt“, eine Mitarbeiterin der Interkulturellen Beratung, eine KiTa-Leiterin, die schon mit einzelnen Flüchtlings-Familien in Kontakt steht, und ein Bewohner aus der Wohnunterkunft Furtweg.

Mit dabei war dieses Mal als „lokaler Held“ Michel Abdollahi: Als Kind ist er aus dem Iran zugewandert, in Eidelstedt aufgewachsen, hat erste Deutschkurse im Bürgerhaus belegt und ist nun nicht mehr wegzudenken aus der Hamburger Poetry Slam-Szene. Musikalischer Gast war ein Chorprojekt von LUKULULE. Die Anwohnerbefragung „Das Ohr von Eidelstedt“ wollte auf dem Markt wissen: „Was können Sie tun, um Flüchtlingen das Sich-Einleben im Stadtteil leichter zu gestalten?“

Der Abend war mit einem vollen Haus und dem gebotenem Programm ein voller Erfolg. Besonders die eindringlichen Schilderungen der Betroffenen über Fluchtgründe, ihr Leben vor der Flucht, ihr Hiersein und ihre Bedürfnisse gaben eine lebendige Vorstellung von möglichen Unterstützungstätigkeiten und verhalf dem anonymen Thema „Flucht“ zu Gesichtern, einer nötigen Greifbarkeit und zu Berührtheit. Die zum Format zählende Pause mit internationalem Buffet und Gesprächen ließ sofort individuelle Nachfragen und eine erste Kontaktanbahnung zu.

Die Idee für die Initiierung einer Unterstützerinitiative ging auf: Seit einigen Wochen treffen sich motivierte Personen im Eidelstedter Bürgerhaus, um eine Willkommenskultur für die überwiegend syrischen Familien in die Tat umzusetzen.

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