Welchen Wert hat Stadtteilkultur für Hamburg? Das stadtkultur magazin fasst die Qualitäten der Stadtteilkultur für die politische Debatte zusammen. Argumente zum Mitnehmen.

1. Kulturelle Teilhabe – Kultur für wirklich alle
Stadtteilkultur ist generationsoffen und inklusiv. Sie richtet sich an Menschen aller Altersgruppen, sozialer und kultureller Hintergründe. Sie ermöglicht durch niedrigschwellige, bezahlbare Veranstaltungen, Kurse und Workshops, Kulturprojekte und Gruppenangebote verschiedenste Zugänge zur Kultur für möglichst viele Menschen und aktiviert sie zu eigenem kreativen und künstlerischen Handeln.

2. Lokale Kultur – Kultur vor Ort
Ausgehend von den Bedarfen vor Ort thematisiert, bespielt und inszeniert Stadtteilkultur das Quartier und schafft so Nachbarschaft. Sie weckt Interesse für die nähere Umgebung, bezieht die Bewohner ein und macht den Stadtteil zum Objekt des eigenen Engagements und der eigenen Kreativität. Sie stärkt dadurch die Identifikation mit dem Stadtteil, erhöht die Lebensqualität im Quartier und beteiligt die Bewohner aktiv an der Entwicklung ihrer Nachbarschaft. Stadtteilkultur bietet Spielraum für das Selbermachen und Aktivwerden, für Begegnung und Austausch. Mit der historischen Auseinandersetzung vor Ort stärkt sie das Geschichtsbewußtsein und arbeitet an einer neuen Erinnerungskultur.

3. Kulturelle Bildung – ein Leben lang
Durch kulturelle Bildungsangebote ermöglicht Stadtteilkultur eine gemeinsame und lebenslange Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur. Stadtteilkultur kooperiert dabei als lokaler Experte und Erziehungspartner mit Bildungsakteuren und entwickelt gemeinsam mit diesen die lokale Bildungslandschaft. Kulturelle Bildung verbessert Bildungschancen, fördert unentdeckte Potenziale und stärkt den Kulturnachwuchs auf, vor und hinter den Bühnen.

4. Interkulturelle Öffnung – Entwicklung der internationalen Stadtgesellschaft
Interkulturelle Arbeit in der Stadtteilkultur macht die Vielfalt der Gesellschaft erlebbar. Dieser Anspruch wird durch die Teilhabe verschiedener Kulturen bei der Gestaltung des Programms eingelöst, durch eine entsprechende Personalstruktur erreicht und spiegelt sich in der Zusammensetzung der Besucherinnen und Besucher wider. Sie wird so zur selbstverständlichen Praxis und zum Modell für andere Bereiche der Gesellschaft.

5. Bürgerschaftliches Engagement – ermöglichen und unterstützen
Stadtteilkultur ist ein gesellschaftlicher Lernort, an dem sich Menschen freiwillig für das Gemeinwohl engagieren. Stadtteilkultur ist eine Keimzelle dieses Engagements und unterstützt es strukturell – durch Räume, Personal und Know-how. Bürgerschaftliches Engagement verbessert die Kontakte zwischen Menschen und Einrichtungen, trägt zur Vertrauensbildung bei und baut Brücken zwischen unterschiedlichen sozialen und kulturellen Milieus. Die Beteiligung von engagierten Menschen stärkt und bereichert die Kultur, den Stadtteil und die demokratische Gesellschaft.

6. Vernetzung – vor Ort verankert
Stadtteilkultur initiiert, entwickelt und stärkt regionale Netz-werke und realisiert Kooperationen weit darüber hinaus. Sie bringt Partner aus unterschiedlichen Bereichen, z.B. Kultur, Soziales und Bildung, zusammen und vernetzt vor Ort – stadtweit, deutschlandweit und international. So werden Dialoge gefördert, belastbare Partnerstrukturen etabliert und Kooperationen umgesetzt.

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