Editorial zu „Smart? Nee: plietsch!“

Liebe Kulturinteressierte,

Seit dem im Jahr 2000 der erste Hamburger Ratschlag Stadtteilkultur die Ökonomisierung von Kunst und Kultur in den Mittelpunkt von Vorträgen und Diskussionen gestellt hat, haben bis zum Jahr 2017 insgesamt 18 Hamburger Ratschläge zukunftsweisende Impulse für die Stadtteil- und Soziokultur erarbeitet und ihre Entwicklungspotentiale und Perspektiven ausgeleuchtet.

Mit dem 19. Ratschlag begann in diesem Jahr eine neue Epoche für die Tagung, denn zum ersten Mal hat STADTKULTUR HAMBURG die Federführung im Auftrag der Behörde für Kultur und Medien und des Hamburger Landesrates Stadtteilkultur übernommen. Wir freuen uns sehr über das große Vertrauen, das die Behörde STADTKULTUR entgegenbringt, indem sie den Ratschlag von nun an in die Hände des Dachverbandes legt.

Die wohl größte Umwälzung, die unsere Gesellschaft derzeit erlebt, ist die Digitalisierung. Mit diesem Thema beschäftigte sich deshalb der 19. Hamburger Ratschlag Stadtteilkultur.

Schon bei der Vorbereitung der Tagung stellten wir fest, dass das Thema zugleich als Trendthema wahrgenommen, wie auch als alter Hut abgetan wird. Der Vortrag des Senators für Kultur und Medien, Dr. Carsten Brosda, beim Ratschlag, den wir in diesem Heft in einer gekürzten Fassung dokumen-
tieren (S. 9), legt nahe, warum dies so ist: Auch wenn die digitale Transformation bereits seit mehreren Jahrzehnten unsere Umwelt verändert, so findet der Wandel in mehreren Phasen statt. In der dritten Phase, die wir gegenwärtig erleben, durchdringt sie nun unseren gesamten Alltag.

Mit dem 19. Ratschlag verfolgt STADTKULTUR HAMBURG den Plan, das Thema verstärkt in das Bewusstsein und auf die Agenda der Stadtteilkultur zu setzen. Den Wandel nicht nur zu beobachten, sondern klug und kritisch mitzugestalten und für neue Formen von Partizipation zu nutzen, muss das Ziel der Stadtteilkultur sein.

Der 19. Hamburger Ratschlag Stadtteilkultur, dessen Beiträge Sie in diesem Heft nachlesen können, ist deshalb als Auftakt für eine intensive Auseinandersetzung des Dachverbandes und der Stadtteil- und Soziokultur mit diesem Thema zu verstehen.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht

Corinne Eichner, Geschäftsführerin

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