Dem Projekt FlüchtLINK des LUKULULE e.V. wurde im Mai dieses Jahres der Ideenpreis Stadtteilkultur verliehen. Das stadtkultur magazin wollte wissen, wie sich die Idee des Vereins, junge Flüchtlinge mit Gleichaltrigen über Kulturprojekte zusammenzubringen, bisher entwickelt hat.

Autorin: Gardy Stein-Kanjora
Workshop in der Unterkunft Mattenkamp, Foto: LUKULULE e.V.

Workshop in der Unterkunft Mattenkamp, Foto: LUKULULE e.V.

Im Rahmen des Projekts FlüchtLINK fanden bisher drei Workshops und ein Kinoabend in der Flüchtlingsunterkunft am Mattkamp statt. Insbesondere das Tanzangebot kommt bei den dort untergebrachten Jugendlichen gut an. Neben der ­Mühelosigkeit, mit der Bewegungen trotz erheblicher Sprachbarrieren erfolgreich kopiert werden können, haben die jungen Flüchtlinge vor allem Gelegenheit, ihren Bewegungsdrang auszuleben und aufgestaute Energien herauszulassen. Nach den Workshops blieben die Coaches von LUKULULE noch lange vor Ort, spielten und redeten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 5 und 12 Jahren, so dass inzwischen enge Bindungen entstanden sind.

Ein vorläufiger Höhepunkt dieses Engagements war das Sommerfest, das an der Unterkunft am Mattkamp Mitte Juli stattgefunden hat, auf dem die Workshop-Teilnehmer stolz ihre Choreografien präsentieren konnten. Bevor die Workshop-­Angebote im Herbst auch auf die LUKULULE-Vereinsräume im Försterweg ausgeweitet werden, bot die Ethnologin Sophie Olbers in den Sommerferien einen Workshop zum Thema Interkulturelle Kompetenzen an.

Zur Vorbereitung der geplanten Angebote in Stellingen hat der Verein LUKULULE inzwischen Kontakt zu der benachbarten Erstaufnahmeeinrichtung Schnackenburgallee aufgenommen. Die dortige Leitung ist sehr an einer Kooperation interessiert und freut sich darüber, dass der Verein die jungen Flüchtlinge regelmäßig einladen möchte: Generell sei die Hilfsbereitschaft von Vereinen und Ehrenamtlichen zwar sehr groß, allerdings konzentrierten sich die meisten Aktionen – Deutschkurse, ­kulturelle Angebote wie Trommeln, Basteln etc. – auf die ­Unterbringungen. Für die Flüchtlinge sei es aber auch wichtig, soziale Kontakte außerhalb der Heime aufzubauen und zu pflegen.

Diese Möglichkeit bietet LUKULULE jetzt nach den Sommerferien zunächst einer begrenzten Gruppe von 15 bis 20 ­jungen Flüchtlingen an. Dafür wird der Verein regelmäßige „Kitchen-Sessions“ anbieten, bei denen einmal wöchentlich ­gekocht, geredet und musiziert werden kann.

KONTAKT
LUKULULE – Musik und Tanz für Jugend e.V.
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