In Barmbek-Nord eröffnete Anfang März 2017 ein Geschäft der Nordic Company, die Markenmode für Rechtsextreme vertreibt. Wie geht ein Stadtteil damit um? Die gute Nachricht: Barmbek-Nord ist hervorragend vernetzt – auch durch das Bürgerhaus Barmbek, das den Barmbeker Ratschlag ausrichtet.
Autor: Ulli Smandek
Demo „Barmbek sagt Nein!“ Ende Mai 2017, Foto: Barmbeker Ini gegen Rechts

Demo „Barmbek sagt Nein!“ Ende Mai 2017, Foto: Barmbeker Ini gegen Rechts

In Barmbek schlugen eine Antifa-Gruppe und die Barmbeker Initiative gegen Rechts Alarm, als viele im Stadtteil sich noch wunderten, was ein Geschäft für Seglerbedarf – diesen Anschein erweckt die Optik des neuen Geschäfts – in der Fuhle wohl macht. Der Barmbeker Ratschlag, die Profikonferenz in Barmbek-Nord, trug Mitte März den aktuellen Stand zusammen: Eine erste Kundgebung war bereits erfolgt, weitere sollten folgen. Die Interessengemeinschaft Fuhlsbüttler Straße – IG Fuhle – hatte eindeutig erklärt, dass ihr diese Nachbarschaft nicht recht ist. Der Leiter des Bezirksamts Hamburg-Nord war ebenfalls öffentlich aufgetreten und hatte den Bezirk ähnlich positioniert. Der Bezirk und die Eigentümergemeinschaft des betroffenen Hauses suchten das Gespräch mit dem Vermieter des Ladenlokals. Die Barmbeker Initiative gegen Rechts startete eine Mahnwache vor dem Geschäft.

Eine solche Vermietung ist ein Zustand, der zunächst einmal staatlichen Schutz genießt. Die Polizei bezog Stellung vor dem Geschäft, um es vor Beschädigungen zu schützen. Der Mietvertrag kann nur vom Vermieter annulliert werden. Der Widerstand musste daher von vornherein mittel- bis langfristig geplant werden. Hinzu kommt: Der Laden ist offenbar gar nicht zum Verkaufen da, die Betreiber verdienen ihr Geld über das Internet. Das Geschäft ist nur ein Symbol.

Der Barmbeker Ratschlag konzentrierte sich auf die Diskussion in der Bevölkerung: 40 Einrichtungen, Vereine, Gemeinden und Firmen beteiligten sich an einem Plakat und der Ratschlag verfasste eine gemeinsame Presseerklärung dazu.

Barmbek-Nord diskutiert nun Rechtsextremismus, auf der Straße, am Mahnwachen-Stand, im Wochenblatt und bei Veranstaltungen zum Thema. Das ist der erste Gewinn, den der Laden für den Stadtteil abwirft. Im September ist die nächste Protest-Demo geplant, Besucher aus anderen Stadtteilen sind herzlich willkommen in der Fuhle.

KONTAKT
Bürgerhaus Barmbek e.V.
Lorichsstraße 28a · 22307 Hamburg · 040/630 40 00
hallo@buergerhaus-barmbek.de · www.buergerhaus-barmbek.de
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