Im Juni fand rund um das Barmbek°Basch eine Aktionswoche unter dem Motto „Zusammen in Barmbek-Süd Barrieren überwinden“ statt. Barrieren können baulicher, kultureller oder kommunikativer Art sein. Auch die Sprache kann Hürden aufbauen – Menschen haben unterschiedliche sprachliche Vorerfahrungen und unterschiedliche Voraussetzungen zum Gebrauch einer Sprache. Wer möglichst viele Menschen im Stadtteil erreichen will, sollte sich damit beschäftigen, wie die Menschen sich ausdrücken.
Autorinnen: Julia Kranz und Anke Amsink
Barrieren abbauen in Barmbek, Foto: Adam Al Sayed Ali

Barrieren abbauen in Barmbek, Foto: Adam Al Sayed Ali

Seit etwa fünfzehn Jahren verbreitet sich in Deutschland das Konzept der Leichten Sprache. Jeder, der einmal eine Gebrauchsanweisung oder ein Behördenschreiben kopfschüttelnd aus der Hand gelegt hat, weiß, wie wichtig verständliche Informationen sind. Nur, wer die für ihn wichtigen Sachverhalte begreift, kann eigenständig entscheiden und Verantwortung übernehmen.

Beim Erstellen des Programmheftes zur Themenwoche entschied man sich, die „Einfache Sprache“ zu verwenden. Man unterscheidet heute zwischen der Leichten und der Einfachen Sprache. Mit der Leichten Sprache werden Informationen übersichtlich und strukturiert übersetzt. Zu ihren Regeln gehören:

  • Kurze Wörter und Sätze (z. B. Bus satt Omnibus)
  • Pro Zeile nur eine Aussage oder einen Satz
  • Lange Wörter mit Binde-Strichen vereinfachen (z. B. Bundes-Teil-Habe-Gesetz)
  • Prüfung von Texten durch die Zielgruppe (z. B. durch Menschen mit Lernschwierigkeiten)

Die Einfache Sprache ist komplexer als die Leichte Sprache und lässt z. B. Nebensätze zu. Auch hier steht die klare Strukturierung im Vordergrund.Die Ankündigung im Programmheft für eine Podiumsdiskussion sah dann so aus:

Gespräch über Inklusion
Inklusion heißt: Alle Menschen sollen überall dabei sein können. Alle Menschen bestimmen selbst. Kein Mensch wird ausgeschlossen.

In der einfachen Sprache werden Dinge umschrieben, zum Beispiel „Fremd-Bestimmung“ durch „Jemand macht etwas gegen den Willen einer anderen Person.“ Es geht darum, sich dem Gegenüber verständlich zu machen – und nicht darum, sich als Mitglied einer bestimmten sozialen Gruppe auszuweisen.

Durch den Gebrauch der einfachen Sprache werden soziale und kulturelle Grenzen überwunden. Sich gegenseitig verständlich zu machen und sich für seine Belange einzusetzen, ist ein hohes Gut für eine offene, demokratische Gesellschaft.

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Anke Amsink – Geschäftsführung Kulturhaus Dehnhaide e.V./
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