Es ist das Jahr 2002. Jan Jahn – mit 2,03 Metern Deutschlands größter Musikkabarettist und gelernter Zimmermann – ist auf der Suche nach Auftrittsmöglichkeiten im Norden. Und er muss feststellen, dass es kaum Bühnen für den künstlerischen Nachwuchs gibt, auf denen man sich ausprobieren kann. Als sich mit der BIB – BÜHNE IM BÜRGERTREFF ALTONA die Gelegenheit bietet, eine offene Bühne einzurichten, auf der genau das möglich ist, muss Jan Jahn nicht lange überlegen und sagt zu, als Chef und Moderato r des „Theaterclubs“ tätig zu werden.

Autorin: Sarah Höfling

Gala des Theaterclubs im November 2012, Foto: Birgit Kuntz

Seitdem sind über zehn Jahre vergangen und der „Theaterclub“ ist eine Erfolgsgeschichte. Bis heute haben sich über 400 Acts aus fast allen erdenklichen Bereichen der Kunst ausprobiert. Zehn Jahre, in denen Nachwuchskünstler ein künstlerisches Zuhause bekamen. Und einige davon, wie Axel Pätz oder Michael Krebs, füllen mittlerweile große Säle. Zehn Jahre, die bewiesen haben, dass publikumsnahes und ergreifendes Entertainment auch ohne hohe Werbebudgets und noch höhere Eintrittspreise möglich ist.

„Die ersten fünf Jahre waren hart“, erinnert sich Jan Jahn. „Da hatten wir tolle Künstler und oft nur 20 Zuschauer – die hätten eindeutig mehr verdient.“ Für ihn ist der Theaterclub nach wie vor eine Herzensangelegenheit, auch wenn er selbst bis heute so gut wie gar nichts damit verdient.

Der inhaltliche Rahmen für die Aufführungen ist weit gesteckt: Von Musik über Kabarett und Lesungen bis hin zu Zauberei ist alles möglich. Jeder kann nach Anmeldung teilnehmen, es gibt keine qualitative Auswahl. Die Qualität der Beiträge ist trotzdem – fast immer – sehr hoch und das Publikum begeistert. Und ein Künstler merkt schnell, wie er ankommt, wenn er nach 30 Minuten fragt: „Darf ich noch einen?“

Mittlerweile hat es sich herumgesprochen, was der Theaterclub Nachwuchskünstlern bietet. Die Plätze sind so begehrt, dass jeder, der sich jetzt zum Theaterclub anmeldet, ein halbes Jahr warten muss, bis er auf die Bühne darf. Die Besucher kommen aus ganz Hamburg. Viele von ihnen kommen regelmäßig und genießen die gemütliche Atmosphäre. Und das obwohl – oder gerade weil – der Theaterclub an einem Mittwochabend stattfindet.

Am 3. April ist es wieder so weit: Fünf Nachwuchskünstler aus Hamburg und Umgebung betreten für jeweils eine halbe Stunde die Bretter, die die Welt bedeuten. Und wer weiß, vielleicht ist das für einen von ihnen genau das Sprungbrett, das es braucht, um Flügel zu bekommen und erfolgreich zu werden.

Kontakt:
BiB – Bühne im Bürgertreff Altona, Gefionstraße 3, 22769 Hamburg, 040/42 10 27 10, s.hoefling@altonanord.de, www.altonanord.de

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