Die Arbeitsgemeinschaft für das Puppenspiel e.V. wird 1942 von Puppenspielern und begeisterten Amateuren gegründet. Ziel dieses ehrenamtlich betriebenen Vereines ist die Professionalisierung und Verbreitung des Puppenspieles.

Autorin: Dörte Kiehn

Ab 1951 wird ergänzend zu den Puppenspielkursen eine regelmäßige Gastspielreihe aufgebaut. Ab jetzt können Hamburger Kinder mit ihrer Familie jeden Sonntag um 11:00 Uhr und 15:00 Uhr ins Hamburger Puppentheater gehen. Professionelle  Puppenspieler aus dem ganzen Bundesgebiet werden eingeladen. Die Organisation und die Betreuung der Vorstellungen erfolgt ehrenamtlich. Das Seminar-Angebot für Multiplikatoren wird vom Amt für Jugend unterstützt. Über kontinuierliche ehrenamtliche Arbeit wird ein begeistertes Stammpublikum aufgebaut. Das Hamburger Puppentheater ist ein fester Bestandteil der Hamburger Theaterlandschaft.

1987 erfolgt der Umzug des Hamburger Puppentheaters in eine neue Spielstätte: das „Haus Flachsland“ im Stadtteil Barmbek. Die Räumlichkeiten werden dem Hamburger Puppentheater kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Ab 1990 wird in Kooperation mit professionellen Puppenspielern aus dem Großraum Hamburg – organisiert im AHAP e.V. – ein regelmäßiges Vorstellungsangebot für Schulen und Kindergärten aufgebaut. Das Profil des Vereines wird modernisiert und verändert sich. Die Vereinsführung erfolgt weiter ehrenamtlich. Ab 2003 unterstützt die Kulturbehörde die Gastspiele mit 10.000 Euro pro Jahr. 2004 wird das neue Angebot „Puppenbau-Workshops für Kinder“ ins Leben gerufen und mit großem Erfolg in Hamburger Schulen durchgeführt. Auf ehrenamtlicher Basis wird für Puppenbau-Interessierte eine „Offene Werkstatt“ eingerichtet.

Das Hamburger Puppentheater erhält mehrere Preise: den Hamburger Kinder- und Jugendkulturpreis der E.A. Langner-Stiftung, den Kulturpreis der Bezirksversammlung Nord, den Budnianer-Hilfe-Preis und die Verleihung der „Spielenden Hand“, dem Preis des Verbands Deutscher Puppentheater, an Peter Räcker.

2009 erweitert das Hamburger Puppentheater seinen Spielplan und wird von der Kulturbehörde als Privat-Theater eingestuft. Die Unterstützung der Kulturbehörde wird auf 18.000 Euro pro Jahr angehoben. Das Hamburger Puppentheater wird anerkannter TUSCH-Partner und beginnt die ersten Kooperationen mit Hamburger Schulen. Künstlerische Leitung, Organisation und Geschäftsführung werden nach wie vor auf ehrenamtlicher Basis durchgeführt.

In diesem Jahr gibt es seit 60 Jahren den Gastspiel-Betrieb im Hamburger Puppentheater: Über 6.500 Vorstellungen, Gastspiele von mehr als 700 Puppentheatern aus dem In- und Ausland, über 800.000 Besucher, ca. 20.000 Workshop-Teilnehmer, 13.000 Kinder bei den Puppenbau-Workshops, 1.600 Teilnehmer bei Veranstaltungen in der Lehrerfortbildung und an den Pädagogischen Hochschulen. Fazit: Über ehrenamtliche Arbeit wurde Unglaubliches erreicht.

Am 31. Juli erhielt das Hamburger Puppentheater auf dem Höhepunkt seiner Arbeit eine Kündigung der Spielstätte zum 31. Dezember – trotz kontinuierlich steigender Vorstellungsund Zuschauerzahlen. Eine neue Spielstätte ist nicht in Sicht. Und eine Konzeption für eine anderweitige Nutzung des Hauses Flachsland liegt gar nicht vor. 2012 wird die Arbeitsgemeinschaft 70 Jahre. Ohne Spielstätte? Das Hamburger Puppentheater – eine ehrenamtliche Tragödie?

Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft für das Puppenspiel e.V., Fabriciusstraße 56, 22177 Hamburg, 040/23 93 45 44, info@hamburgerpuppentheater.de, www.hamburgerpuppentheater.de