Ohne freiwilliges Engagement wäre das HAMBURGER SCHULMUSEUM mit seiner Stammbesatzung gar nicht in der Lage, immer neue interessante Angebote zu machen.

Autorin: Susanne Meuthien

Ein kurzer Anruf genügte: Zwischen zwei Bergbesteigungen hatte Rudi sowieso schon einen Tag „Arbeiten im Schulmuseum“ vorgesehen. Gut gelaunt und braun gebrannt stand er wenig später unter 3,80 m Deckenhöhe auf der Leiter, um die kaputtem Leuchtstoffröhre zu ersetzen. Danach wurden noch flugs die Beleuchtung für das Foto in der Spiele-Inszenierung besprochen und in der NS-Ausstellung die empfindlichen Hörstationen kontrolliert. Fertig.

Rudi ist Elektriker im Ruhestand, passionierter Sportler und der freiwillige Fachmann für alles Elektrische im Schulmuseum. Er kommt, wenn er gebraucht wird. Ist er für längere Zeit nicht auf Reisen, kommt er auch in regelmäßigen Abständen, ganz, wie es ihm und dem Museum in den Ablauf passt.

Wie Rudi arbeiten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schulmuseum mit – unterschiedlich oft und unterschiedlich stark eingebunden. Ohne ihr Engagement wäre das Museum mit seiner viel zu knappen Stammbesatzung gar nicht in der Lage, immer neue interessante Angebote zu machen.

Eine Gruppe von Pensionären – kurz „die Inschinöre“ genannt – kümmert sich um die wertvollen Geräte im historischen Physiksaal und die Metallwerkstatt. Erst einmal wird gemeinsam gefrühstückt, bevor die Arbeit anfängt. In der „Langen Nacht der Museen“ führen sie dann dem staunenden Publikum physikalische Experimente an historischen Apparaten vor.

Eine freiwillige Mitarbeiterin kommt schon seit drei Jahren zweimal wöchentlich, um den Telefondienst und die aufwändige Internetwerbung zu betreuen und ist auch zur Sonntagsöffnung dabei. Ein ehemaliger Hartz IV-Mitarbeiter sitzt seit Langem mehrmals pro Woche daran, das riesige Fotoarchiv zu pflegen.

Im Handumdrehen änderten kürzlich zwei ehrenamtliche Damen „kaiserliche“ Kleidung, so dass die neue Honorarkraft ihre Vertretung als „Frollein Lehrerin“ sofort beginnen konnte. Eine kleine Gruppe von Frauen kommt seit Jahren zu gemeinsamen Zeiten, arbeitet im Team und leitet auch neue Ehrenamtliche an. Als Zuarbeit für Ausstellungen werden Vitrinen mit Samt bezogen, Stickarbeiten „höherer Töchter“ gepflegt und alte Poesiealben sortiert.

In der „Langen Nacht der Museen“ 2011 waren über 20 ehrenamtliche Jugendliche und erwachsene Helferinnen und Helfer dabei. Das Küchenteam verwöhnte die über 900 Gäste mit thematisch passenden Köstlichkeiten, Losverkauf und Rallye brachten Spannung und Gewinne, Spieletrainer sorgten für Spaß und Bewegung. Die zahlreichen Lobesworte der Besucher, die das Museum erhielt, gehen zu einem guten Teil an diese Freiwilligen. Ihnen allen gebührt großer Dank.

Ob im Dokumenten-Archiv, beim Digitalisieren der wertvollen Büchersammlung, beim Restaurieren in der Papierwerkstatt oder beim Durchforsten von Hamburger Schul-Festschriften auf ihre NS-Vergangenheit – es gibt im Hamburger Schulmuseum vielfältigste Aufgaben und Herausforderungen, die von Ehrenamtlichen geleistet werden können – die Aufzählung muss unvollständig bleiben. Das Schulmuseum bleibt offen für Menschen, die das Team als neue Ehrenamtliche bereichern und die Museumsarbeit mit Leben erfüllen möchten.

Kontakt:
Hamburger Schulmuseum, Seilerstr. 42, 20359 Hamburg, 040/34 58 55, schulmuseum@li-hamburg.de, www.hamburgerschulmuseum.de

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