Die Geschichtswerkstatt Stadtteilarchiv Bramfeld sieht sich als das „Gedächtnis von Bramfeld“ und sammelt Fotos, lebensgeschichtliche Interviews, Karten und Bücher über den Stadtteil. Seit Ende 2017 wird die Geschichtswerkstatt dabei durch einen BFDler unterstützt. Das stadtkultur magazin sprach mit der Leiterin Gudrun Wohlrab über das noch recht frische Engagement eines Mitsechzigers.

Foto: Gudrun Wohlrab

stadtkultur magazin: Frau Wohlrab, wie würden Sie Ihren ­Bundesfreiwilligen beschreiben?

Gudrun Wohlrab: Perfekt. Absolut passgenau! Viel besser, als ich erwartet hatte.

Inwiefern?

Wir hatten die Hoffnung, jemanden zu finden, der 18 Monate bleibt, damit sich das Einarbeiten lohnt. Unser Freiwilliger hat von vornherein gesagt, dass er das macht. Außerdem hatten wir uns gewünscht, dass es jemand ist, der im Stadtteil wohnt und schon lebensälter ist. Jemand, der hier schon mal die Straßen auf und ab gegangen ist und schnell eine Idee hat, wo er ein altes Foto verorten könnte.

Kannten Sie sich schon vorher?

Nein. Er hat sich dafür interessiert, was das Archiv macht, weil er aus der Gegend hier stammt und privat Familienforschung betrieben hat. Er hat unsere Webseite besucht und da unsere BFD-Ausschreibung gefunden. Ihm war klar: Wenn er den BFD macht, dann kann er viel genauer bei uns reingucken. Er hat auch ein persönliches Interesse, in unserem Archiv zu kramen.

Welche Aufgaben übernimmt er aktuell im Stadtteilarchiv Bramfeld?

Seine Hauptaufgabe besteht darin, historische Bilder zu ­digitalisieren und zu beschreiben, was darauf zu sehen ist.

Und wie weit sind Sie mit der Datenbank?

Die Datenbank für die Digitalisierung unserer Bestände ist im Aufbau. Es ist viel Diskussion nötig, wie man etwas ablegt, so dass man es wiederfindet. Wie man Backups macht. Wie man mit Datenschutz umgeht. Das zu entwickeln, macht uns beiden Spaß. Jemanden zu haben, mit dem ich diesen intensiven Austausch haben kann, ist Gold wert.

Wie viele Leute arbeiten zur Zeit im Stadtteilarchiv?

Ich bin die einzige Angestellte. Ansonsten haben wir noch Ehrenamtliche, die sich in unterschiedlichem Maß einsetzen: Acht bis zehn im Archiv und zehn bis zwölf beim Historischen Kinderprojekt.

Wie geht es weiter, wenn Ihr BFDler Anfang nächsten Jahres aufhört?

Wir planen, dass der nächste Freiwillige früher kommt und beide einige Monate gemeinsam arbeiten und diskutieren ­können. Ich hoffe, dass so das Wissen, das er angesammelt hat, weitergegeben werden kann. Und als seinen Nachfolger wollen wir gern wieder einen lebensälteren Menschen haben, der sich in Bramfeld auskennt.

Danke für das Interview, Frau Wohlrab.

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