Liebe Kulturinteressierte,

als STADTKULTUR HAMBURG kürzlich gemeinsam mit der Embassy of Hope sein Sommerfest für die Bundesfreiwilligen feierte, eröffnete eine ganz besondere Band das Fest: Die Alwan Band besteht aus herausragen-den Musikern aus Syrien, dem Iran, Indonesien und einer klassisch ausgebildeten jungen Opernsängerin aus Litauen – zusammengefunden haben sie durch den BFD.

Freiwilliges Engagement war schon immer Grundbestandteil der Stadtteilkultur: Auf jede*n hauptamtlich in den stadtteilkulturellen Einrichtungen Beschäftigte*n kommen mehr als fünf Ehrenamtliche. Für viele Menschen ist der Bundesfreiwilligendienst eine Möglichkeit, etwas Sinnvolles zu tun und sich für ein Thema einzusetzen, das ihnen am Herzen liegt. Sie möchten die Geschichte ihres Stadtteils weitervermitteln, das Kulturzentrum in der Nachbarschaft unterstützen oder ein Theater hinter den Kulissen kennenlernen – und sie möchten sich im Berufsfeld der Kultur und Bildung orientieren.

Die Freiwilligen identifizieren sich mit ihren Einsatzorten, sie begeistern sich für ihre Arbeit und erzählen es weiter: 90 Prozent der Alumni würden anderen Menschen einen BFD Kultur und Bildung weiterempfehlen. Nach ihrem BFD engagiert sich etwa die Hälfte der ehemaligen Freiwilligen weiter und hält Kontakt zum Einsatzort. So gewinnen die Einsatzorte nicht nur Freiwillige auf Zeit, sondern oft Menschen, die den Einrichtungen noch lange verbunden bleiben und ihre Botschaft weitertragen. Deshalb würden nach einer Erhebung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung etwa 90 Prozent der Einsatzorte anderen Kultureinrichtungen empfehlen, auch als Einsatzort im BFD Kultur und Bildung mitzuwirken.

Wer einmal das beeindruckende Engagement vieler Bundesfreiwilliger erlebt hat – unabhängig davon, ob sie einen BFD Kultur und Bildung oder einen BFD Welcome durchlaufen – und einen Eindruck erhalten hat, welche Netzwerke und Verbindungen aus und durch die Freiwilligen entstanden sind, der hat keine Zweifel mehr, wie wichtig es ist, die Freiwilligendienste bundesweit zu stärken. Dabei sollte es nicht um einen Pflichtdienst gehen, denn Engagement und Pflicht vertragen sich schlecht miteinander. Viel wichtiger wäre es, die Freiwilligendienste bekannter zu machen und vor allem das freiwillige Engagement stärker anzuerkennen und besser zu unterstützen.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht
Corinne Eichner, Geschäftsführerin

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