Auf der Suche nach einem sinnvollen Flüchtlingshilfeprojekt für die nahegelegene Unterkunft entstand im Freizeitzentrum Schnelsen die Idee, Geflüchteten zu Fahrrädern zu verhelfen, damit sie mobil sind und den Stadtteil erkunden können.

Autor: Jörn Mählmann
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Die mobile Fahrradwerkstatt machte die Fahrräder wieder mobil, Foto: Freizeitzentrum Schnelsen

Im Gespräch mit der Leiterin der Flüchtlingsunterkunft Pinneberger Straße stellte sich dann allerdings heraus, dass die Geflüchteten bereits genügend Räder hätten – aber kaum eines sei fahrtüchtig. So ergab sich das Projekt: Das Freizeitzentrum bot eine mobile Fahrradwerkstatt für fünf Termine à drei Stunden vor Ort an – mit einer Wagenladung Ersatzteile.

Das Freizeitzentrum fand nach längerer Recherche ein Fahrradgeschäft, das bereit war, den Seniorchef für die gewünschte Zeit zu entbehren – zwar nicht ehrenamtlich, aber zu vergünstigten Konditionen. Und die Haspa-Stiftung ließ sich als Förderer vom Konzept überzeugen.

Wendelin Coste vom Fahrradgeschäft Rene Coste in der Lohkampstraße kam Ende Juni mit einem Kollegen und seiner mobilen Ausrüstung zur Wohnunterkunft. Er reparierte defekte Räder und leitete die Bewohner an, wie Reifen geflickt und einfache Reparaturen durchgeführt werden. Das Projekt stieß sofort auf lebhaftes Interesse. Beide Mechaniker haben nicht nur praktische Hilfe zur Selbsthilfe geleistet, sondern sich auch viele Freunde gemacht. Sie waren so angetan von der positiven Resonanz, der Dankbarkeit und Höflichkeit der Geflüchteten, dass sie nach den geförderten Terminen spontan beschlossen, unentgeltlich zwei weitere Reparaturtermine anzubieten. Auch die Leitung der Unterkunft war begeistert von dem Projekt: Pro Tag wurden etwa zehn Räder instandgesetzt.

Da Fahrräder aber einem natürlichem Verschleiß unterliegen, besteht nun Bedarf an einer Fortsetzung der Fahrradwerkstatt.

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