Begegnung ist die Voraussetzung für Gemeinschaft

Seit 45 Jahren schafft das Brakula als ältestes Stadtteilkulturzentrum im Nordosten Hamburgs Räume für Begegnung in Bramfeld: vom offenen Stammtisch mit Geschäftsführer Max Engelke über das Stadtteilfest bis hin zu Osterfeuer und Weihnachtsmarkt. Das stadtkultur magazin sprach mit Max Engelke über Begegnung und Angebote im Brakula.

Max Engelke, Foto: Svenja Jost

stadtkultur magazin: Max, du bist seit vier Jahren Geschäftsführer im Brakula. Wie bringst du seitdem Menschen in Bramfeld zusammen?

MAX ENGELKE: Ich versuche, dass wir im Stadtteil Begegnungspunkte schaffen – von ganz klein bis ganz groß und für alle. Im ganz Kleinen ist das der Stammtisch, den ich einmal im Quartal mache. Da kann jeder und jede aus dem Stadtteil kommen und mit mir ins Gespräch gehen.
Meine Beobachtung war am Anfang, dass wir im Brakula im Viertel ein bisschen als Blase wahrgenommen werden. Mit Stadtteilfest, Osterfeuer und Weihnachtsmarkt ist es uns in den letzten Jahren sehr gut gelungen, Leute aus dem Stadtteil zusammenzubringen, die jetzt nicht unbedingt für eine Yogagruppe herkommen, aber schon, um mit ihren Nachbarinnen und Nachbarn hier einen Glühwein zu trinken.

Stockbrot beim Osterfeuer, Foto: Monique Dobrzelak

Stadtteilfest und Co. sind ja Formate, bei denen Gespräch und Begegnung eher nebenbei stattfinden. Was hältst du von konkreteren Formaten?

Wenn es darum geht, einfach generell Leute im Stadtteil zusammenzubringen, dann ist es meiner Meinung nach wichtig, das Stadtteilkulturzentrum erst mal als Ort für alle zu etablieren. Darauf kann man dann auch mit anderen Formaten aufbauen.

Warum ist Begegnung wichtig?

Um mitzubekommen, dass es andere Denkweisen und Meinungen gibt als meine. Und um zu merken: Ich bin nicht allein. Ich glaube, dass Begegnung die erste Voraussetzung für Gemeinschaft ist.

Osterfeuer vom Brakula, Foto: Max Engelke

Wie macht man es Menschen leicht, ins Gespräch zu kommen?

[lacht] Bier und Wurst? Nein, im Ernst, ich glaube, dass Essen und Trinken schon eine Rolle spielen. Und Musik auch.

Letzte Frage – wo kommst du persönlich mit Menschen ins Gespräch?

Natürlich sehr viel beruflich und im Kontext der Schule meiner Kinder. Wenn ich beim Bäcker sage: „Boah, bei euch ist es aber auch heiß heute hier“, dann macht das die Tür für ein Gespräch auf. Natürlich ist das immer ein bisschen tagesformabhängig, ob ich da Lust darauf habe. Aber als ich das eine Weile nicht so bewusst gemacht habe, habe ich gemerkt, dass es mir fehlt.

Danke für die Einblicke, Max.

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Brakula
Bramfelder Chaussee 265 · 22177 Hamburg
www.brakula.de

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