Baustelle Stadtteilkultur: Umbau, Ausbau, Anbau

Flatterband liegt in der Luft – in der Hamburger Stadtteilkultur wird gebaut. Häuser werden saniert, fehlender Raum angebaut und Brandschutz wie Barrierefreiheit bedacht. Das stadtkultur magazin schaut hinter die Bauzäune.
Es wird umgebaut, Foto: MOTTE

Es wird umgebaut, Foto: MOTTE

Mitte Januar hat der Kultur Palast Hamburg nach eineinhalb Jahren Umbau wiedereröffnet: Mit der neuen Bühne, dem neuen Programm „Kultur Palast live“, neuen Räumen, dem Restaurant Palastkueche und der Kita Palaststrolche wurde dem Haus endlich die Krone aufgesetzt. Mit funkelnder Kupferfassade und verdreifachter Fläche präsentiert sich die umgebaute Zinnschmelze seit 2015 dem Stadtteil im neuen Haus und kann sich dadurch als Begegnungsort für Barmbek, als Bühne für Talente und Experimente und als Treffpunkt vielfältiger Kulturen weiterentwickeln. Mit zwei Jahren Abstand zum Ausbau fragt das stadtkultur magazin, was sich für Chancen, aber auch Risiken für ein Stadtteilkulturzentrum durch einen Umbau ergeben. Die MOTTE kennt sich nun aus in Sachen Brandschutz, Betriebssicherheit und Barrierefreiheit: Seit 2009 baut sie um und Teilfinanzierungen führten über die Jahre zu einem unglaublich komplexen Vorgang. Und zu vielen Dingen, die plötzlich bedacht werden müssen: Denn ein Umbau schafft neue rechtliche Situationen. Das Bürgerhaus Barmbek wurde 2014 um den lange vermissten Saal erweitert und resümiert in dieser Ausgabe über das Anbauen – über das, was man sich vorgestellt hatte, und das, was dann wirklich kann. Beim ella Kulturhaus Langenhorn ist es Mitte September 2017 so weit: Nach dem Ausbau gibt es einen neuen Aktionsraum, eine Rampe, ein barrierefreies WC, einen Backstage-Raum, eine Rundumverschönerung – und ein Einweihungsfest. Das Eidelstedter Bürgerhaus ist noch in den Planungen: 2020 soll der Öffentlichkeit ein rundherum saniertes und funktional optimiertes Kulturzentrum präsentiert werden. Im Zentrum martini44, bei dem das Kulturhaus Eppendorf maßgeblich beteiligt ist, ist der Einzug schon Ende 2018 avisiert – hier wurde der Grundstein schon im Mai 2017 gelegt. Auch das Goldbekhaus würde gerne umbauen: Hier fehlt es leider noch an Geld und Zusagen.

In den letzten Jahren wurde viel investiert in die Hamburger Stadtteilkultur. Dennoch bleibt die Struktur der Stadtteilkultur eine Baustelle, weil trotz aller Kreativität bei der Suche nach Förderquellen noch immer große Lücken in der Finanzierung klaffen. STADTKULTUR HAMBURG baut auch weiter an den Themen der Hamburger Stadtteilkultur: In der zweiten Jahreshälfte setzt der Dachverband das Thema „Offene Gesellschaft – Wie wollen wir in Hamburg zusammen leben“ auf die Agenda.