skm36Kulturarbeit mit, für und von Geflüchteten

Die Arbeit an einer neuen Gesellschaft

Im September 2015 hat STADTKULTUR HAMBURG das erste stadtkultur magazin dem Thema Willkommenskultur gewidmet. Ein Jahr ist vergangen, ein Jahr in dem sich viel entwickelt hat: Dank langjähriger Erfahrungen mit den Themen kulturelle Teilhabe, Zuwanderung und Asyl und starker Unterstützung sind zahlreiche nachhaltig angelegte Kulturprojekte entstanden, neue Formate wurden etabliert und neue Netzwerke haben sich in den Stadtteilen und hamburgweit formiert.

Im Eröffnungsstatement der Tagung „Mehr als willkommen! Kulturarbeit mit, für und von Geflüchtete(n)“ in Berlin zeigte Eleonore Hefner von der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren sehr überzeugend auf, was soziokulturelle Arbeit in der aktuellen gesellschaftlichen Situation vermag – und was nicht. Die kurze Dokumentation der Tagung, auf der STADTKULTUR HAMBURG sehr präsent war, finden Sie auf der nächsten Seite. Dort wurde u.a. der Bundesfreiwilligendienst Welcome vorgestellt, den STADTKULTUR seit April in Hamburg anbietet. Den Freiwilligendienst sowie weitere Aktivitäten des Dachverbands zur Kulturarbeit mit Geflüchteten stellt der folgende Beitrag vor. STADTKULTUR hat auch den Fonds FREIRÄUME mitentwickelt, über dessen Zukunft Anja Paehlke aus dem Vorstand der Körber-Stiftung in unserem Interview Auskunft gibt.

Eine Stärke der Stadtteilkultur ist das Netzwerken, das beweisen Initiativen wie „Wir im Quartier Winterhude“ und „Welcome to Wandsbek“. Auf die neue Situation und neue Zielgruppen hat sich die Stadtteilkultur mit neu entwickelten Projekten eingestellt wie z.B. mit dem Vorleseprojekt des Stadtteilbüros Dulsberg oder mit der Tanz- und Theater-Werkstatt „OpenHaus“ im Eidelstedter Bürgerhauses. Der Begegnung geflüchteter Künstlerinnen und Künstler mit ansässigen Kulturschaffenden und Bewohnern der Stadt widmen sich das Bürgerhaus Wilhelmsburg mit der Weltkapelle Wilhelmsburg und die Zinnschmelze mit der Welcome Music Session, die dem Austausch, der Begegnung, aber auch dem künstlerischen Ankommen dienen.

Viel niedrigschwelligere Begegnungsformate stellen die Welcome-Cafés dar. Neben neuen Projekten wurden auch bestehende Projekte für die neuen Mitbürger geöffnet – wie das diesjährige Stadtteiltheaterprojekt der GWA St. Pauli. Ein weiterer Aktionsbereich sind Formate, die den Stadtteil auf die neue Situation inhaltlich vorbereiten wie der Jugendschreibwettbewerb „Heimat, Digga!“ des Bramfelder Kulturladens. Aber die Stadtteilkultur engagiert sich auch mit nichtkulturellen Projekten – stellvertretend dafür steht die mobile Fahrradwerkstatt des Freizeitzentrums Schnelsen.

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