stadtkultur magazin Nr. 25

Lokale Kultur: Dezentral – vor Ort

Stadtteilkultur bietet Kultur in den Stadtteilen, die lokale Themen aufgreift, sich an die Bewohner richtet und sie beteiligt, lokale Netzwerke einbezieht und den Stadtteil bespielt, um das Leben im Stadtteil lebenswerter zu machen.

STADTKULTUR HAMBURG hat sich für die 25. Ausgabe nach dem Motto „Butter bei die Fische“ den zentralen Schwerpunkt des Verbandes – die lokale Kultur – vorgenommen und die verschieden Aspekte in einzelnen Artikeln beleuchtet.

Das Bürgerhaus in Barmbek macht seit zwölf Jahren Kulturarbeit, die den Stadtteil zum Thema hat, und hat für lokale Aktionen und Projekte Qualitätskriterien entwickelt, die einen guten Überblick über die verschiedenen Aspekte lokaler Kultur geben. Die Zinnschmelze erläutert exemplarisch die lokale Verankerung und die lokalen Bezüge in den Arbeitsfeldern eines Stadtteilkulturzentrums. Im Folgenden widmet sich das Heft den einzelnen Aspekten lokaler Kultur.

Das Aufgreifen von Themen vor Ort in der lokalen Kultur wird durch das Projekt „St. Pauli selber sehen“ der GWA St. Pauli und in der Arbeit des Stadtteilarchivs Hamm, die sich seit Beginn um den „Feuersturm“ in Hamm dreht, verdeutlicht. Dieses Aufgreifen lokaler Themen und Besonderheiten kann dann in der Bespielung von Orten münden – wie in der „Kunstklinik Bethanien“, die das leerstehende Krankenhaus hinter dem Kulturhaus Eppendorf ein Wochenende mit Kunst füllte.

Lokale Kultur will die Bewohner des Stadtteils einbeziehen in die Kulturarbeit und im Idealfall mit kul­turellen Mitteln an der Entwicklung des Stadtteils beteiligen – gute Beispiele dafür sind das Festival „48h Wilhelmsburg“ des Bürgerhauses Wilhelmsburg, die neu entwickelte Stadtteilshow „Gute Nacht in Eidelstedt“ des Eidelstedter Bürgerhauses und das altonale-Projekt „Altona macht auf!“.

Dabei nutzt und entwickelt lokale Kultur regionale Netzwerke wie der Filmwettbewerb „die Goldenen Wandse“ des Bramfelder Kulturladens im Bezirk Wandsbek oder die Kultureinrichtungen und -projekte am neuen „Kulturkanal“ in Wilhelmsburg – dem Veringskanal.

In der lokalen Kultur wird auf die Menschen und ihre Ideen, Wünsche, sozialen wie kulturellen Hintergründe eingegangen wie z. B. im Lesetraining der Bücherhalle Wilhelmsburg, das sich an Kinder mit Leseschwächen richtet. Und dazu gehört auch, dass Stadtteilkultur Kultur zu moderaten Preisen bietet. Im Osdorfer Born wurde im September das Bürgerhaus Bornheide eröffnet, das die lokale Kulturarbeit vor Ort, die in der Vergangenheit schon geleistet wurde, fortsetzt und bereichern will.

Das übergreifende Ziel der lokalen Kultur ist es, den Stadtteil für alle Bewohner lebenswerter zu machen – durch mehr Kultur, Thematisierung der Besonderheiten, Bespielung, Aufwertung, Identitätsbildung und das Einlassen auf die Menschen.

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