Foto: Dörte InselmannDörte Inselmann ist Intendantin der Stiftung Kultur Palast Hamburg und seit 25 Jahren im Vorstand des Dachverbandes. Ihr prägendes Soziokultur-Ereignis: Die Bundeskanzlerin Angela Merkel überzeugte sich höchstpersönlich im Kulturpalast von der Integrationskraft der HipHop-Kultur und lies sich begeistern. Der untrügliche Beweis: Ihr Fuss wippte mit.

Dein Name:
Dörte Inselmann

Dein Beruf:
Intendantin der Stiftung Kulturpalast Hamburg

An welchem Ort hast Du dieses „HamburgGefühl“?
Am Hafen, im Portugiesen-Viertel, bei der Strandperle und rund um die Alster – da spürt man das Flair dieser Stadt. Und ohne die Urbanität im Schanzenviertel würde mir in Hamburg auch etwas fehlen.

Was ist für dich wichtig für eine offene Gesellschaft?
Dass es eine weltoffene Gesellschaft ist, die Fundamentalisten jeglichen Coulors die Stirn bietet und in der Bildung und Kultur – unabhängig von der Herkunft – ermöglicht werden. Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, Freiheit und Vielfalt der Lebensstile, Einhaltung demokratischer Grundrechte und das Grundgesetz sind als Fundament einer offenen Gesellschaft für mich unabdingbar.

Wo siehst Du die Zukunftsthemen für Stadtkultur?
Wir leben heute in einer internationalen Stadtgesellschaft – gebietsweise mit 80% Migrationshintergrund, wachsender Bildungsarmut und geringen Einkommen-Niveaus – und mit 130 Nationen. Dort Kulturelle Teilhabe und Bildungschancen herzustellen, mutet einer Herkulesaufgabe an. Kulturelle Gemeinsamkeiten zu identifizieren, gemeinsame Formate zu kreieren, tragfähige Strukturen für gesellschaftliche Verantwortung aufzubauen – darin sehe ich das Aufgabenfeld der Stadtteilkultur und die Grundlage für den sozialen Frieden in dieser Stadt. Gemeinsam mit den vielfältigen Communities wünsche ich mir eine Beachtung und Unterstützung für diese Themen sowie eine landespolitische, spartenübergreifende Verankerung. Die Vielfalt der Kulturen muss sich zukünftig auch in der Hamburger Kulturlandschaft widerspiegeln.