Seit 2008 gibt es im Goldbekhaus im Bereich Kinderkultur die Marke „Schukula.de – Schule und Kultur vernetzt“. Mit Schukula.de wurde den über viele Jahre gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen in kulturellen Bildungsprojekten mit Schulen ein eigener Name gegeben.

Autorin: Astrid Jawara

Skulpturenbau in der Honigfabrik, Foto: Goldbekhaus

Skulpturenbau in der Honigfabrik, Foto: Goldbekhaus

Der evangelische Kirchentag in Hamburg war Auslöser für die neue Projektidee im Frühjahr 2013: Das Thema „Soviel du brauchst“ inspirierte das Schukula.de-Team, zu einem ähnlichen Thema auch mit Kindern zu arbeiten. Das Nachdenken über Mangel und Überfluss sowie das Erkennen von Zusammenhängen und Verbindungen zum eigenen Leben ist auch für Kinder interessant, denn sie kommen auf verschiedenen Ebenen mit Mangel und Überfluss und deren Folgen in Berührung. Ziel war es, ein gesellschaftsrelevantes Thema sowohl inhaltlich wie auch künstlerisch mit den Schülern zu bearbeiten.

Mit „Tischlein deck dich“ entstand ein vielfältiges, informatives, beunruhigendes, Mut machendes und kreatives Projekt. Das Experiment, das über mehrere Wochen mit insgesamt 54 Schülerinnen und Schülern im Alter zwischen 10 bis 13 Jahren durchgeführt wurde, hat zum Nachdenken und Forschen angeregt. Das Projekt griff die kindliche Lust am Ausprobieren auf, schuf dafür den entsprechenden Raum und nutzte neue Formen der Wissensvermittlung. Fachlich kompetent wurden die Schüler an Kunst und Kultur beteiligt und erhielten Einblick in das Wissen und die Arbeit von Künstlern und Wissenschaftlern.

Die Schülerinnen und Schüler der Reformschule und dem Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte (BZBS) aus Winderhude und der Katholischen Bonifatiusschule aus Wilhelmsburg arbeiteten während des Projektes in vier verschiedenen Gruppen: Theater, Film, Skulpturenbau und Hörstücke.

Für die Schüler der Film- und Skulpturengruppe aus Wilhelmsburg wurden die Arbeitsräume und Ateliers in der Honigfabrik genutzt. Die Theatergruppe probte wöchentlich und ein Wochenende auf der Bühne des Goldbekhauses. Für das BZBS waren die Ohrlotsen der MOTTE als kompetente Fachleute dabei und erarbeiteten mit den Schülern Hörstücke.

Neben der künstlerischen Arbeit gehörte auch der Besuch anderer Einrichtungen – z.B. der Bücherhallen und der beteiligten Häuser der Stadtteilkultur – dazu. Einen Ausstellungsbesuch im Museum für Kunst und Gewerbe und eine Lesung mit anschließender Diskussion von einem Wirtschaftswissenschaftler dienten der inhaltlichen Inspiration.

Am Ende stand eine große gemeinsame Präsentation, bei der alle Gruppen ihre Ergebnisse in der große Aula der Reform-schule öffentlich vorstellten. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg, denn dort spürten die Schüler, bei etwas Besonderem dabei gewesen zu sein. Stolz präsentierten sie ihre mit Künstlern erarbeiteten Projektergebnisse und wurden vom Publikum aus Eltern und Interessierten mit reichlich Applaus honoriert.

Die drei Schulen waren den kulturellen Bildungsprojekten gegenüber offen. Die Möglichkeit wurde genutzt, Wissen freudvoller vermitteln sowie Kompetenzen bei den Schülern besser entdecken und fördern zu können, als es im klassischen Unterricht häufig möglich ist. Auch die Bereitschaft, die Projektleitung an die Künstler und Pädagogen zu übergeben, ging damit einher. Wichtige Voraussetzungen waren, dass die Schulen bereit waren, das Projekt auch finanziell zu unter-stützen und den üblichen festen schulischen Zeitrahmen an einigen Stellen aufzubrechen. Auch die Bereitschaft der -Lehre-rinnen und Lehrer, die Schüler im Vorfeld schon auf das Thema einzustimmen, war sehr hilfreich.

Alle drei Schulen arbeiteten aus organisatorischen Gründen in eigenen Zeitfenstern. So konnte das Ziel, dass sich die Schüler nach eigenen Interessen stadtteilübergreifend den Projektgruppen zuordnen sollten, leider nicht erreicht werden. Damit war auch die Freiwilligkeit als Voraussetzung zur Teilnahme an den Projekten nur eingeschränkt gegeben, denn die Schüler konnten sich nur im Klassenverband für das Projekt entscheiden. Die meisten Schüler waren mit ihren Gruppen und Arbeitsergebnissen dennoch sehr zufrieden. Der Kontakt zwischen den Winterhuder und Wilhelmsburger Schülern konnte über einen Besuch bei der Lesung in Wilhelmsburg und bei der Präsentation in Winterhude ermöglicht werden.

Erstaunlich war, dass die Schüler den jeweils anderen Stadtteil überhaupt nicht kannten. Für zukünftige Projekte ist deshalb mehr stadtteilübergreifender Austausch geplant, denn die unterschiedlichen Milieus haben sich als thematisch interessant und ergiebig herausgestellt – eine neue Herausforderung für Schukula.de.

Kontakt:
Goldbekhaus, Moorfuhrtweg 9, 22301 Hamburg, 040/27 87 02-0, 
info@goldbekhaus.de, www.goldbekhaus.de

Skulpturenbau in der Honigfabrik, Foto: Goldbekhaus

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