Das Projekt „Bauen mit Lehm für Groß und Klein“ ist als Mitmach-Aktion für soziale Brennpunkte konzipiert. Der Initiator, Nepomuk Derksen, der 1985 den Verein BUNTE KUH gründete, verbindet darin auf eine neuartige Weise die Disziplinen Pädagogik, Architektur und Kunst.

Autorin: Karen Derksen

„Eine tolle Aktion, die uns Lehrern mal wieder bewusst macht, dass die kreativen Seiten, über die jedes Kind verfügt, mit dem starren Fächerkanon am Schulvormittag viel zu selten wachgerufen werden.“
Edeltraut Lewitz, Schule Arnkielstraße

Lehmbau-Aktion Neue Große Bergstraße 2012, Foto: Karen Derksen

Im Altonaer Osten errichten Kinder und Jugendliche zwei Mal jährlich, in einer für alle Besucher offenen, kostenlosen, zwei- bis dreiwöchigen Baukunst-Aktion frei modellierte, begehbare Räume und Skulpturen bis zu vier Metern Höhe nach eigenen Entwürfen aus Lehm. Die „kulturelle und soziale Klebekraft“ des Lehm verbindet ca. 4.000 Kinder, ihre Familien und Pädagogen im Rahmen einer öffentlichen „Stolzproduktionsanlage“.

Ziel des Projektes ist, die heterogene Gruppe der Teilnehmer im sinnlich-kreativen, kommunikativen Bauprozess, der ihre kognitiven, haptischen und sozialen Fähigkeiten entwickelt, zu fördern und ideell neue Räume der Begegnung zu schaffen. Die Lehmbau-Aktionen bilden ein Netzwerk periodisch bespielter Aktionsplätze und ein Stück niedrigschwelliger Bau-, Spiel- und Beteiligungskultur in Hamburg.

Bunte Kuh erreicht die größte Zielgruppe – Kinder aus benachteiligten, bildungsfernen Schichten – dadurch, dass Kitas und Schulen aus dem Stadtteil an den Vormittagen zu eineinhalbstündigen Besuchen eingeladen werden. An Nachmittagen und Wochenenden kommen dann viele Kinder mit Freunden und Familie wieder, bauen weiter auf „ihrer“ Baustelle, holen am Ende ihre ausgestellten Modelle ab und feiern zusammen ein Abschlussfest. Das Projekt erfreut sich mit über 80 Institutionen pro Aktion großer Nachfrage, auch aus „wohlhabenderen“ Vierteln, die bewusst eingeladen werden. Das Veranstaltungsformat setzt aktuelle Diskussionen um informelles Lernen und Inklusion in die Praxis um.

Das von Bunte Kuh e.V. entwickelte Projekt wirkt an der Schnittstelle von formellem und informellem Lernen. Das für Kitas und (Ganztags-)Schulen attraktive Angebot der kulturellen Bildung gibt an öffentlichen Plätzen – z. B. in Parks oder Fußgängerzonen – Impulse für ein ganzheitliches Bildungsverständnis. Es stärkt die Entwicklung persönlicher und zugleich gesellschaftlich relevanter, Demokratie fördernder Kompetenzen wie Toleranz und Kooperationsfähigkeit. Die Veranstaltung unterstützt Generationen übergreifend, Inklusion und interkulturelle Kommunikation und verbindet Bildungseinrichtungen und den Stadtteil.

BIS DONNERSTAG, 20. SEPTEMBER 10:00 – 18:00 UHR
Ausstellung der Lehmbauten
Die Ganztagsschule St. Pauli öffnet ihren Schulhof allen Besuchern für das Bauen mit Lehm für Groß und Klein, Eintritt frei
Ganztagsschule St. Pauli, Friedrichstr. 55

Kontakt:
Bunte Kuh e. V., Nepomuk Derksen, Große Brunnenstr. 75, 22763 Hamburg, 040/39 90 54 31, buntekuhev@t-online.de, www.buntekuh-hamburg.de

TEILEN MIT:
Tagged with →