Gemeinsam mit knapp 500 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind mittlerweile insgesamt rund 380 Ehrenamtliche als BÜCHERHALLEN-BOTSCHAFTER unterwegs.

Autorin: Uta Keite

Mit ihren Ehrenamtsprojekten „Medienboten“, „Dialog in Deutsch“ und „Bücherzwerge“ kommen die Bücherhallen Hamburg ihrem originären Stiftungsauftrag nach, ein „kultureller Ort und Mitträger der soziokulturellen Stadtteilarbeit“ zu sein.

Medienboten – Ehrenamtlicher Medienlieferdienst
Ehrenamtliche Medienboten bringen seit März 2007 hausgebundenen Personen Medien der Bücherhallen Hamburg kostenlos einmal pro Monat in das private Umfeld – Wohnung oder Heim –, haben viel Zeit und lesen auf Wunsch vor. Institutionelle Kunden (z.B. Seniorenwohnanlagen) können Medienkisten ausleihen oder einen Medienboten als Vorleser „buchen“. In diesem Projekt sind 150 Medienboten für 300 Kunden aktiv.

Dialog in Deutsch – Gesprächsgruppen für Menschen mit Migrationshintergrund
Im Dezember 2009 startete „Dialog in Deutsch“ – ein Angebot für Erwachsene mit Migrationshintergrund, die nach dem Integrationskurs ihre Deutschkenntnisse vertiefen wollen. In allen Bücherhallen finden wöchentliche Gesprächsgruppen statt, die offen sowie kostenlos sind und von Ehrenamtlichen- Tandems geleitet werden. Hier engagieren sich 110 Ehrenamtliche in mehr als 50 Gruppen in allen Bücherhallen der Stadt.

Bücherzwerge – Frühkindliche Sprachförderung in Hamburger Wohnunterkünften
In Hamburg leben über 8.000 Menschen, insbesondere Flüchtlinge und Asylbewerber, in Wohnunterkünften. Die Bücherhallen Hamburg und der Landesverband Hamburg des Kinderschutzbundes bieten seit Ende 2010 wöchentlich offene und kostenlose Treffen für Kinder unter drei Jahren und ihre Mütter mit Geschichten, Liedern und Bilderbüchern derzeit in vier Wohnunterkünften an.

Das Bürgerengagement ist bei den Bücherhallen Hamburg einer von fünf gleichberechtigten Kundenbereichen. Für diesen Kundenbereich wurde 2006 die gemeinnützige Bücherhallen Medienprojekte GmbH gegründet, eine hundertprozentige Tochter der Bücherhallen Hamburg. Dadurch sind die Ehrenamtlichen-Projekte intern klar von der Bibliotheksarbeit getrennt, denn nur zusätzliche, sonst nicht finanzierbare Dienstleistungen werden bei den Bücherhallen von Zeitspendern übernommen. Wichtig dabei: Alle Freiwilligen-Projekte werden durch hauptamtliche Projektleitungen betreut.

Auf höchste Qualität wird besonderer Wert gelegt: sorgfältige Auswahl und permanente Begleitung der Ehrenamtlichen, individuelle Beschäftigungsverträge, Ablehnung nicht geeigneter Bewerber, regelmäßige Fortbildungen, Controlling, professionelle Öffentlichkeits-arbeit, Bereitstellung zielgruppenspezifischer Medienbestände. Außerdem gibt es regelmäßige Treffen zum Informations- und Erfahrungsaustausch.

Als „Gegenleistung“ erhalten die Zeitspender eine kostenlose Bücherhallen-Kundenkarte im Wert von 45 Euro, außerdem werden die Fahrtkosten erstattet, sowie eine Unfall- und Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Und selbstverständlich gibt es auch gesellige Veranstaltungen, wie z.B. das Sommerfest. Alle diese Bausteine sind unverzichtbare Bestandteile der Anerkennungskultur. Denn: Ehrenamt braucht Ehre.

Durch die starke Vernetzung der Bücherhallen im Ehrenamtssektor – die Bücherhallen sind ein aktives Mitglied des Aktivoli-Netzwerkes – sowie durch langjährige Kontakte zu vielen weiteren Institutionen des Bürgerengagements sind die Bücherhallen, die durch ihre Freiwilligenprojekte einen beträchtlichen Imagegewinn generieren können, ein viel gefragter Partner für Ehrenamtsprojekte in Hamburg. Und auch bundesweit stoßen die erfolgreichen Bücherhallen-Projekte samt ihres professionellen Ehrenamtlichen-Managements auf Anerkennung und großes Interesse.

Kontakt:
Bücherhallen Hamburg, Uta Keite, Referentin Bürgerengagement, Hühnerposten 1, 20097 Hamburg, 040/426 06-282, uta.keite@buecherhallen.de, www.buecherhallen.de/ehrenamt

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