Galerie der Zukunft zeigte Ende Mai in der Speicherstadt die Ergebnisse einer ­ungewöhnlichen Kooperation: Die Künstlerinnen Maria und Natalia Petschatnikov ließen zusammen mit Schülerinnen und Schülern eine Stadtlandschaft aus Altpapier entstehen.

Autorin: Ute Necker

Eine Woche wurde eine großzügige leere Büroetage mit einzigartigem Blick über die Speicherstadt und Hafencity zum Atelier der Jugendlichen. Mit Kameras ausgestattet erkundeten die Jugendlichen zunächst die städtische Umgebung und hiel­ten für sie spannende Orte und Details fotografisch fest. Aus den vielen Motiven wurde anschließend eine Auswahl in Originalgröße mit Karton, Maschendraht und Mengen an Alt­zeitungen nachgebildet und zu einer großen Stadtlandschaft zusammengefügt.
Es ist erstaunlich, was so unspektakuläre Materialien wie alte Zeitungen alles hergeben, wenn man sich intensiver mit ihnen beschäftigt: geschreddert, gerissen, verklebt, geleimt, nach Farben durchforstet und sortiert, zu Formen geknüllt oder zu Brei gerührt entsteht aus ihnen eine neue, „wertvolle“ Welt. In der anschließenden raumfüllenden Installation konnten die Besucher die Ergebnisse dieses künstlerischen Prozesses bestaunen und durch die „Paper City“ flanieren.

Im Rahmen seiner Projektreihe „RaumSchaffen“ ermöglichte der Verein „Galerie der Zukunft“ Freiwilligen der sechsten bis achten Klassen der neuen, aus ehemals drei Schulen zusammengelegten Stadtteilschule am Hafen die Teilnahme an diesem Workshop. Die Stadtteilschule ist vor kurzem zur Kulturschule ernannt worden und „Paper City“ vereint als erstes gemeinsames Kulturprojekt alle drei Standorte.

Das Projekt wurde ermöglicht durch die freundliche Unter­stützung der Rudolf Augstein Stiftung sowie der Stiftung Mari­tim Hermann und Milena Ebel. Die HHLA stellte die Räum­lichkeiten kostenfrei zur Verfügung.

Kontakt:
Ute Necker und Mareike Göldner, Galerie der Zukunft e.V., 040/38 68 70 98-0, team@galerie-der-zukunft.de